Umbau I Fertigstellung 2026

Umbau Villa Mühlebach

Zürich, Schweiz I 2025-2026

Umbau Villa Mühlebach

Die Villa Mühlebach wurde 1835 im Stil des Zürcher Klassizismus erbaut und 1890 zu einem Zweifamilienhaus umgebaut. In den darauffolgenden Jahrzehnten führten verschiedene Eingriffe im Inneren zu einer Verfälschung der streng axialsymmetrisch konzipierten Villa. In ihrem äußeren Erscheinungsbild und ihrer strengen Fassadengliederung ist die Villa in ihrer ursprünglichen Substanz erhalten geblieben.


Teil des Umbaukonzeptes ist es, die charakteristische strenge Symmetrie der Fassade auch im Innenraum wieder nachvollziehbar zu machen. Bauteile aus der Entstehungszeit, darunter Tragwerk, Platten- und Parkettböden, Türeinfassungen, Täferungen sowie Stuckaturen, wurden erhalten. Neue Einbauten wurden zurückhaltend in den Bestand integriert und zugleich so ausgebildet, dass sie als zeitgenössische Eingriffe gegenüber der historischen Bausubstanz ablesbar bleiben. Da die Grundrissveränderungen des 20. Jahrhunderts die ursprüngliche Strenge nicht mehr erkennen ließen, wurden bestehende Einfassungen innerhalb der vorhandenen Holzständerkonstruktion versetzt. Auf diese Weise blieb die historische Substanz weitgehend unangetastet.





Neue Materialien im Innenraum nehmen klaren Bezug auf den Bestand. Die in der Fassade verwendeten Materialien, insbesondere Bollinger Sandstein und massive Eichenelemente, finden sich auch im Inneren wieder und werden dort mit feiner Detaillierung in die historische Struktur eingebunden. Die neue Oberfläche der Täferung basiert auf einer Untersuchung der ursprünglichen Lackierung; der klare Grauton verleiht der Villa ihre ursprüngliche Einfachheit zurück.


Neue Elemente greifen die klassizistische Strenge des 19. Jahrhunderts auf und formulieren daraus eine zeitgenössische, auf Präzision beruhende Gestaltung. Materialien des Bestands werden dabei bewusst aufgegriffen oder kontrastiert, um eigenständige neue Bauteile zu schaffen. Einzelne Bauteile entstanden in einem kontinuierlichen Prozess der Auseinandersetzung mit Referenzarchitektur. So nimmt beispielsweise das Geländer vom Erdgeschoss zum Obergeschoss Bezug auf moderne skandinavische Architekten des 20. Jahrhunderts wie Erik Gunnar Asplund und Arne Jacobsen.


Der Umbau versöhnt somit den historischen Bestand mit neuen, sorgfältig darauf abgestimmten Bauteilen im Inneren und verleiht der Villa eine Klarheit zurück, die zuvor nur in ihrer äußeren Erscheinung ablesbar war.

Info

Auftraggeber | Privat
Ort | Zürich
Jahr | 2025-2026
Auftragsart | Direktauftrag, Umbau
Umfang | Projekt, Ausführungsplanung, Bauleitung
Status | Realisiert

Architektur | Käferstein & Meister Architekten AG, Zürich
Bauleitung | Käferstein & Meister Architekten AG, Zürich
Baumeister | Bruno Küng Baugeschäft GmbH, Zürich
Schreinerei | Schreinerei Teuscher AG, Trübbach
Elektro | Jakob Kowner AG, Zürich

Maler | Wartmann Malergeschäft

Naturstein | Natursteine Wüst AG
Holzbau | Bühlmann AG, Dietikon
Treppenbau | Keller Treppenbau AG, Baden

Bauingenieur | Büeler Fischli Bauingenieure AG, Zürich

Bilder | Martina Meier, Florian Bramann



Käferstein & Meister Architekten AG
Johannes Käferstein, Urs Meister, Florian Bramann, David Janson

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